Leasing oder kaufen? Die Frage lässt sich nicht an der Monatsrate entscheiden, denn die beiden Wege kosten an verschiedenen Stellen Geld: Beim Leasing zahlst du Sonderzahlung, Raten und Überführung und gibst den Wagen danach zurück. Beim Kauf zahlst du einmal den Preis, dafür gehört dir am Ende ein Auto, das noch etwas wert ist – die Kosten sind also der Wertverlust plus die Zinsen der Finanzierung. Dieser Rechner stellt beide Summen über dieselbe Laufzeit nebeneinander und sagt, welcher Weg günstiger ist und um wie viel.
So funktioniert der Vergleich
Ganz oben steht die Laufzeit in Monaten. Sie gilt für beide Seiten, denn nur über denselben Zeitraum sind sie vergleichbar – ein Dreijahresleasing gegen eine Fünfjahresfinanzierung zu rechnen, ergibt keine Antwort.
Darunter stehen die vier Angaben aus dem Leasingangebot: Sonderzahlung, monatliche Rate, Überführung samt Zulassung und – falls vereinbart – die Schlussrate. Danach folgen die vier Angaben zum Kauf: Kaufpreis, Eigenkapital, Sollzins für den finanzierten Rest und der Restwert nach Ablauf der Laufzeit.
Die Leasingzahlen stehen im Angebot, der Restwert nicht – den musst du schätzen. Der Rechner schreibt deshalb unter das Ergebnis, aus welchen Posten beide Summen entstanden sind, damit sichtbar bleibt, welche Zahl wie viel Gewicht hat.
So wird gerechnet
Die Leasingseite ist eine Addition. Alles, was du zahlst, wird zusammengezählt, und der Wagen geht danach zurück:
Leasing = Sonderzahlung + Rate × Monate + Überführung
Die Kaufseite ist der interessantere Teil. Der Kaufpreis selbst ist keine Kostenposition – er verwandelt sich in ein Auto, das nach der Laufzeit noch einen Wert hat. Was der Kauf wirklich kostet, ist die Differenz zwischen beidem, also der Wertverlust, plus die Zinsen für den finanzierten Teil:
Wertverlust = Kaufpreis − RestwertDarlehen = Kaufpreis − EigenkapitalKauf = Wertverlust + Zinsen
Die Zinsen entstehen aus einem klassischen Annuitätenkredit über dieselbe Laufzeit. Der Sollzins pro Jahr wird durch 12 geteilt, daraus ergibt sich die konstante Monatsrate Rate = Darlehen × Monatszins / (1 − (1 + Monatszins)^−Monate), und die Zinsen sind alles, was über das Darlehen hinaus zurückgezahlt wird. Bei 0 % rechnet der Rechner schlicht Darlehen geteilt durch Monate.
Die Schlussrate ist der Sonderfall. Wer sie zahlt, gibt den Wagen nicht zurück, sondern besitzt ihn danach. Deshalb wird der Restwert in diesem Fall auch auf der Leasingseite gegengerechnet, genauso wie beim Kauf – sonst würden zwei verschiedene Dinge verglichen.
Beispiel
Ein Neuwagen für 32.000 € über 36 Monate. Das Leasingangebot verlangt 3.000 € Sonderzahlung, 369 € im Monat und 1.190 € für Überführung und Zulassung. Das ergibt 3.000 € + 36 × 369 € + 1.190 € = 17.474 €, also 485,39 € im Monat.
Beim Kauf legst du 3.000 € Eigenkapital hin und finanzierst die restlichen 29.000 € zu 5,9 % Sollzins. Die Monatsrate beträgt 880,92 €, über 36 Monate zahlst du damit 2.713,22 € an Zinsen. Nach drei Jahren ist der Wagen noch 18.000 € wert, der Wertverlust beträgt also 32.000 € − 18.000 € = 14.000 €. Zusammen kostet der Kauf 14.000 € + 2.713,22 € = 16.713,22 € oder 464,26 € im Monat.
Ergebnis: Der Kauf ist 760,78 € günstiger – rund 21 € im Monat. Nah genug beieinander, dass ein anderer Verkaufspreis das Ergebnis drehen kann, und genau darum lohnt es sich, den Restwert einmal optimistisch und einmal vorsichtig einzusetzen.
Was den Ausschlag gibt
- Der Restwert. Er ist die einzige geschätzte Zahl in der Rechnung und zugleich die größte. Wer ihn zu hoch ansetzt, rechnet sich den Kauf schön. Ein Neuwagen verliert in den ersten drei Jahren grob 40 bis 45 % seines Wertes, bei manchen Modellen deutlich mehr.
- Die Haltedauer. Leasing kostet in jedem Zyklus dasselbe. Der Kauf wird mit jedem Jahr günstiger, das du den Wagen darüber hinaus fährst – nach der Finanzierung fällt nur noch der Wertverlust an, und der wird von Jahr zu Jahr kleiner.
- Die Kilometer. Die Leasingrate gilt für eine vereinbarte Fahrleistung. Jeder Kilometer darüber wird nachberechnet, üblich sind einige Cent pro Kilometer. Wer regelmäßig deutlich mehr fährt, sollte das aufschlagen, bevor er vergleicht.
- Der Zinssatz. Eine Null-Prozent-Finanzierung kippt den Vergleich sofort zugunsten des Kaufs – dann kostet er nur noch den Wertverlust. Umgekehrt sind subventionierte Leasingaktionen der Hersteller manchmal günstiger als jede Finanzierung.
- Die Steuer. Für Selbstständige und Firmen gelten andere Regeln: Leasingraten sind in der Regel sofort Betriebsausgabe, ein gekauftes Fahrzeug wird über Jahre abgeschrieben. Dieser Rechner vergleicht die reinen Zahlungen, nicht die steuerliche Wirkung.
Was der Rechner bewusst weglässt
Versicherung, Kfz-Steuer, Wartung, Reifen und Sprit stehen nicht in der Rechnung. Nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil sie bei beiden Wegen anfallen und sich beim Vergleich gegenseitig aufheben. Wer die vollen Kosten pro Kilometer wissen will, rechnet sie separat obendrauf.
Ebenfalls nicht enthalten: Was das Eigenkapital gebracht hätte, wenn es auf dem Konto geblieben wäre. Wer das mitrechnen möchte, setzt das Eigenkapital auf 0 und trägt beim Sollzins ein, was das Geld sonst erwirtschaftet hätte – dann steht auf der Kaufseite der volle Kapitaleinsatz mit seinem Preis.
Und schließlich: Wartungspakete, Garantieverlängerungen und Rückgabeschäden. Beim Leasing ist die Rückgabe der Moment, in dem aus kleinen Kratzern eine Rechnung wird; beim Kauf ist es der Verkauf, in dem aus ihnen ein Preisnachlass wird. Beides lässt sich vorher nicht beziffern.